DentalSchool

COVID-19 Pandemie

Hinweise und Empfehlungen für die zahnärztliche Praxis

Seit mehr als 20 Jahren ist die Tübinger Dentalschool bekannt für Ihre praxisorientierten Arbeitskarten.
Aus aktuellem Anlass haben wir orientierend an Bewertungen und Empfehlungen des Robert Koch Institutes,
den Analysen der Johns-Hopkins-Universität sowie in enger Abstimmung mit Virologen die neue Arbeitskarte
„Covid-19: Hinweise und Empfehlungen für die zahnärztliche Praxis“ erstellt. Täglich bewerten wir in unserer
Corona-Konferenz die Entwicklungen und fassen diese in unserem neuen Corona Newsletter „Corona heute“
für Sie zusammen.

Bitte beachten Sie dass diese Hinweise nach besten Wissen und Gewissen verfasst wurden. Sie sollen dazu
dienen Sie in Ihren eigenen Überlegungen zu unterstützen. Es handelt sich um Empfehlungen der Dentalschool
GmbH ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Jede Haftung ist ausgeschlossen, Irrtum ist vorbehalten.

Die DentalSchool wünscht Ihnen: Bleiben Sie gesund!


 

NEWSLETTER Corona heute

(Aktuelle Stellungnahme der Tübinger DentalSchool)

02.04.2020 Corona News

Wiederaufbereitung von FFP2 Schutzmasken

Aufgrund der angespannten Liefersituation bei Partikel- und Aerosolschutzmasken FFP2 hat das österreichische Ministerium für Arbeit, Familie und Jugend einen Erlass zur Wiederaufbereitung von Schutzmasken veröffentlicht:

In Tests wurde festgestellt, dass eine einmalige Dampfsterilisation bei 121°C das Abscheidevermögen des Filtermaterials von Atemschutzmasken ohne Filter nicht wesentlich mindert. Die Ergebnisse zeigen, dass das angewendete Sterilisationsverfahren zur Wiederaufbereitung von FFP2 Atemschutzmasken ohne Ventil erfolgreich war. Im Vergleich von FFP2 Atemschutzmasken ohne Ventil zeigten die getesteten dampfsterilisierten Stichproben keine negativen Abweichungen bzw. sogar Verbesserungen bezüglich des Rückhaltevermögens der gemessenen Partikel.

Inwieweit auch mehrmalige Dampfsterilisation möglich ist, ist derzeit Gegenstand weiterer Untersuchungen

https://www.arbeitsinspektion.gv.at/Gesundheit_im_Betrieb/Gesundheit_im_Betrieb_1
/Coronavirus.html#heading_Wiederaufbereitung_von_Atemschutzmasken_fuer_Krankenhaeuser_2

31.03.2020 Corona News

Stetig weitere Verschärfung der Corona Situation.

In Ergänzung zu unseren Empfehlungen der Dentalschool Arbeitskarte Covid-19: Hinweise und Empfehlungen für die zahnärztliche Praxis empfehlen wir ihnen ab sofort Ihre zahnärztlichen Behandlungen strenger Indikationsstellung grundsätzlich mit zusätzlichem Gesichtsschild durchzuführen.

Darüber hinaus beschäftigen sich erste Untersuchungen mit der Desinfektion von FFP 2 Schutzmasken (ursprünglich Filterleistung ca. 95%), nach dem diese oder FFP 3 Masken nicht in ausreichender Zahl verfügbar sind.

Unter Vorbehalt dass nur einzelne Maskenfabrikate geprüft wurden: Beim Einlegen in 99% Isopropanol für 5 Minuten wird eine ausreichende Desinfektion erzielt, jedoch wird die Maske durchlässiger und verliert bis zu 20% Filterleistung.

Zum Vergleich bietet ein normaler 3 lagiger Mundschutz gegenüber Aerosolen nur wenig mehr als 1% Aerosolfilterleistung

Währenddessen zeigen Untersuchung bei Desinfektion im Autoklaven (105 ºC / 15 Min) gute Ergebnisse in der Inaktivierung der Viren, bei schonenderem Einfluss auf die Maske und deren Filterqualität (ca. 10 % Reduktion Aerosolfilterleisung).

Generell: mit Vorsicht und nur im Notfall und nur einmal desinfizierte Masken verwenden, falls keine neuen beschaffbar sind.

Lit.: https://multimedia.3m.com/mws/media/1816576O/disinfection-of-disposable-respirators-technical-bulletin.pdf

25.03.2020 Corona News

Praxis schließen geht nicht.

Gerade bei zahnärztlichen Notfällen, Traumata, sehr starken Schmerzen und strukturschädigenden Prozessen sind wir gefordert fachärztliche Hilfe zu leisten.

Brandaktuell ist auf nature.com eine Studie aus China zur Infektionsgefährdung in der zahnärztlichen Praxis erschienen. Wir haben diese Erfahrungen unverzüglich zusammen mit neuen Impulsen aus der Abstimmung mit unserem Expertenteam einschließlich der Virologen in eine aktualisierte und nochmals erweiterte Version unserer Arbeitskarte Covid-10: Hinweise und Empfehlungen für die zahnärztliche Praxis umgesetzt.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit dies durchzusehen und geben die Informationen im Sinne einer Schulung an Ihr Fachpersonal weiter.

Wir wünschen Ihnen weiterhin:

Bleiben Sie gesund!

24.03.2020 Corona News

Aufgrund der weiterhin exponentiell ansteigenden Entwicklung nachgewiesener Corona Infektionen soll es Petitionen aus den Reihen der Zahnärzteschaft sowie in der großen Mehrzahl von zahnärztlichem Hilfspersonal geben, die nach staatlichen Beschränkungen und Notstands- Regulierungen der zahnärztlichen Behandlung rufen. Dies unter anderem auf der Basis von fraglichen Werbe-Videos von Herstellern von Raumdesinfektionsanlagen, die zahnärztliche Aerosole publizistisch problematisieren.
Zusätzlich kursieren Falschmeldungen, dass in anderen Ländern wie z.B. Dänemark, der Schweiz, USA, Kanada usw. die zahnärztliche Tätigkeit verboten worden sei. Dies ist unrichtig und schadet unserem Berufsstand sehr. Im Gegenteil die Vorgaben und Empfehlungen dieser Länder  stehen in enger Übereinstimmung mit unseren Empfehlungen der DentaSchool Arbeitskarte COVID-19, nämlich nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien, wie auch Prophylaxebehandlungen aktuell zu verschieben. Die Behandlung von sogenannten „Notfällen“, wobei manche Länder dies genauer definieren z.B. als  Schmerzbehandlungen, Unfälle, strukturschädigende Prozesse und Zustände, wie auch die Fertigstellung angefangener Behandlungen sind auch dort nach wie vor notwendig.
Dies entspricht genau dem verantwortlichen ärztlichen Selbstverständnis, das weder zusätzliche regulatorische noch organisatorische Vorgaben von Behörden, Kammern oder KZVen bedarf.
Wir empfehlen die wissenschaftlichen Entwicklungen zur COVID-19 Infektion sorgfältig zu verfolgen und die möglichen Infektionsschutzmaßnahmen konsequent auszuschöpfen. Konkret heißt dies zusätzlich zur kompromißlosen Umsetzung der zahnärztlichen Hygienemaßnahmen (Einmal Kopfbedeckung, vermehrt Einmal Schutzanzüge, Schutzbrille, Schutzmaske (FFP2 oder 3), Einmalhandschuhe) die Änderung von gewohnten Praxisabläufen  (Reduktion der Patientenzahlen, keine Patientenansammlungen in der Praxis, Vermeidung Belegungen von Wartezimmern, mehr Zeit für Hygienemaßnahmen in den einzelnen Behandlungszimmern mit Pausen zur Verlängerung deren Einwirkzeit zwischen dem Patientenwechsel, telefonische Befragung der Patienten z.B. am Vortag  und auch konsequente Freistellung von Mitarbeitern  bei respiratorischen Symptomen, Aufenthalt  in Risikogebieten oder positiv getesteten Personen im Umfeld sowie das Splitting der Belegschaft in verschiedene Behandlungsteams. Denken Sie bitte auch daran die meisten Einmal-Handschuhe sind nur beschränkte Zeit dicht, werden durch Desinfektionsmittel zusätzlich belastet und sollten häufiger gewechselt werden. Nicht zuletzt sollten in diesen Tagen Behandlungstechniken eingesetzt werden, die zahnärztliche Aerosole vermindern. So empfehlen wir zum Beispiel nur mit konsequenter Absaugung (kompetente zahnärztliche Fachassistenz)  zu arbeiten und auf den Einsatz von Turbinen, Schall- und Ultraschallinstrumenten oder Pulverstrahlgeräte zu verzichten.
Zuletzt noch ein Tipp zum Einsatz von Mundspüllösungen vor Behandlungsbeginn, um Keimzahlen im Aerosol zu minimieren. Neue Metanalysen bestätigen dafür einen moderaten Evidenzgrad, wobei Chlorhexidin-Lösungen (0,2% bis 0,1%) nach wie vor als Gold-Standard gelten. Alternativen können sein Mundspüllösungen auf H2O2 Basis (1% bis 1,5%) oder auf Basis von Cetylpyridinium Chloride (0,05%). Es gibt zusätzlich Hinweise aus der Literatur, dass der antivirale und antibakterielle Effekt durch Erwärmen der Mundspüllösung auf bis zu 47°C diesen Effekt nochmals verbessern kann.
Mit besten Wünschen aus Tübingen und bleiben Sie weiterhin gesund!

20.03.2020 Corona News

Die Zahlen sind erschreckend. Gestern Abend (19.03.2020) gab es in Deutschland rund 15.000 gemeldete Coronainfektionen. Davon alleine 3000 Neuerkrankungen am gestrigen Tage. Die Zahl der Infizierten wird laut internationaler Schätzung wohl um den Faktor 10 bis 20 höher liegen.
Fundierte Prognosen der Virologen gehen davon aus, dass wir Anfang April in Deutschland bis zu 150.000 positiv getestete Infizierte haben könnten; plus die nicht getesteten Fälle, die vermutlich weit darüber liegen.
Wer heute eine dringende zahnärztliche Behandlung vertagt, wird diese zu einer Zeit erbringen müssen, in der die Infektionswahrscheinlichkeit sehr wahrscheinlich weiter zugenommen hat. Der Behandlungsbedarf ist vorhanden und wir Zahnärzte sollten unsere Stamm-Patienten und dringende Notfälle bei Schmerzen oder Infektionen nicht alleine lassen. Denken Sie daran gerade in Krisenzeiten festigt man Vertrauensverhältnisse.
Die Tübinger DentalSchool empfiehlt nach der Arbeitskarte „Covid 2019 - Hinweise und Empfehlungen für die zahnärztliche Praxis“ zu verfahren, jeweils unter Einbeziehung der aktuellen DentalSchool Corona- News. Als Schutzmasken empfehlen wir sogenannte FFP 2 Masken (bzw. bei bestätigten Infektionen: FFP 3 Masken).