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Mundgesundheit und chronische Erkrankungen: Die Rolle von Nitrat

07.01.2026

Die Bedeutung einer nitratreichen Ernährung – beispielsweise durch den Konsum von Rote-Bete-Produkten – hat in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit in der medizinischen Forschung erfahren.

Die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen hierzu ist deutlich angestiegen, was die klinische Relevanz von Nitrat unterstreicht.

Störung des Nitrat-Stickstoffmonoxid-Stoffwechsels durch Mundspülungen

Es gilt mittlerweile als gesichert, dass antiseptische Mundspülungen den mikrobiellen Nitrat-Stickstoffmonoxid-(NO)-Stoffwechsel signifikant beeinträchtigen. Die Folge ist eine reduzierte NO-Bioverfügbarkeit, was zu klinisch relevanten Symptomen eines NO-Mangels führen kann – unter anderem kardiovaskuläre Beeinträchtigungen, Bluthochdruck und eine verminderte Gefäßfunktion.

Auf Basis der aktuellen Evidenzlage sollte Nitrat als essentieller diätetischer Nährstoff betrachtet werden, dessen Berücksichtigung in Ernährungsempfehlungen dringend anzuraten ist.

Wissenschaftlicher Überblick: Nitrat und Rote Bete (Saft oder Pulver)

1. Förderung eines gesunden oralen Mikrobioms
  • Die orale Reduktion von Nitrat zu Nitrit durch spezifische Bakterien ist zentral für die NO-Bildung.
  • Eine nitratreiche Ernährung kann zu einer Stabilisierung des mikrobiellen Gleichgewichts beitragen, die Dysbiose im parodontalen Biofilm vermindern und so das Progressionsrisiko für Karies und Parodontitis senken.
2. Leistungssteigerung im Sport
  • Die ergogene Wirkung von Rote-Bete-Saft beruht auf der Steigerung der NO-Produktion, was zu einer verbesserten mitochondrialen Effizienz, Sauerstoffnutzung und muskulären Durchblutung führt.
  • Laut Konsensuspapieren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der World Athletics (ehem. IAAF) wird insbesondere bei untrainierten Personen eine deutliche Leistungsverbesserung beobachtet.
3. Entzündungshemmende Eigenschaften
  • Rote Bete enthält bioaktive sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Betalaine), die entzündungshemmende Effekte entfalten.
  • In Studien zeigte sich eine vergleichbare Wirkung zu nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), insbesondere bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie der Osteoarthritis.
4. Kardiovaskuläre Schutzwirkung
  • Die blutdrucksenkende Wirkung von Nitrat ist gut dokumentiert.
  • Zusätzlich verbessert Rote Bete die endothelialen Funktionen, schützt das Gefäßendothel und unterstützt die myokardiale Leistungsfähigkeit.
5. Positive Effekte auf die Darmgesundheit und Kognition
  • Rote-Bete-Produkte können die intestinale Mikrobiota positiv beeinflussen und tragen zur Verbesserung kognitiver Funktionen – z. B. bei älteren Personen – bei.
6. Therapeutische Wirkung bei pAVK
  • Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) spricht positiv auf eine NO-unterstützte Therapie an. Die verbesserte Vasodilatation und Perfusion können die Gehstrecke und Lebensqualität der Patient:innen deutlich verbessern.
7. Wirksamkeit bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
  • Bei COPD-Patient:innen konnte gezeigt werden, dass eine längerfristige Nitrat-Supplementierung mittels Rote-Bete-Saft zu einer nachhaltigen Blutdrucksenkung, einer Verbesserung der endothelialen Funktion sowie zu einer erhöhten körperlichen Belastbarkeit führt.
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